Hechte gehören für viele zu Schweden wie Pippi Langstrumpf oder Petersson und Findus – und das gilt nicht nur für zig-tausende passionierte Hobbyangler, die unter anderem aus Deutschland jedes Jahr herkommen, um Bedingungen zu genieße, die es so in in den allermeisten Ländern nicht gibt. Sondern auch für viele, viele Schwedenurlauber, die mit Angeln sonst nicht viel am Hut haben, hier aber als motivierte Anfänger mal ihr Glück versuchen wollen.
Wer als Nicht-Angler dann versucht, in das Thema einzusteigen, wird von der Fülle an Informationen zu Gerät, Angelstellen, etc. -… schnell erschlagen.

Du bist ein solcher Schwedenurlauber der im Schwedenurlaub einfach ein bisschen Angeln möchte aber dabei trotzdem das Gefühl haben möchte, das einigermaßen richtige zu tun? Der einfach einen Hecht fangen möchte, ohne direkt den Meterfisch anzuvisieren? Dann ist dieser Text genau für dich.

Hier bekommst du die wichtigsten Informationen, 100-fach bewährt, nicht zu viel und nicht zu wenig – genau das Wissen das Du brauchst, um eine gute Chance auf einen Hecht zu haben. Es ist einfacher als man glauben mag, und mit den Tipps unten hast du den kompletten Guide an Basics, die einen schon sehr weit bringen.

Here we go.

Ein guter Freund von mir mit einem kompakten, kleineren Hecht. Für viele Anfänger ist genau ein solcher das Ziel im Urlaub.

Was für ein Gewässer wir suchen und warum ausgerechnet Dalsland so gut passt

Mit das wichtigste bei der Jagd nach Hecht ist auch in Schweden die Gewässerwahl. Die Chancen erfolgreich auf Hecht zu Angeln, variieren von Gewässer zu Gewässer mitunter massiv und auch hier springen einem die Fische meist nicht ins Boot. Es gibt schwerere und relativ einfache Gewässer und auch erfahrene Angler können sich an manchen Gewässern die Zähne ausbeißen. Auch ich hab schon an Seen gefischt, wo es sehr, sehr zäh bis gar nicht lief – obwohl die Bedingungen augenscheinlich perfekt waren.

Die allererste Maßnahme ist deshalb, die Angelzeit die man hat, an einem „einfachen“ Gewässer mit im besten Fall ordentlichem Hechtbestand zu verbringen. Natürlich gibt es in den allermeisten Seen hier Hechte, aber die Chancen, erfolgreich zu sein, variieren stark. Ein wenig Recherche ist deswegen unumgänglich. Neben allgemein verfügbaren Gewässertipps hier einige Attribute, die wir suchen, wenn wir ein Ferienhaus auswählen:

  • Gewässergröße: Klein sticht! Je kleiner der See, desto einfacher lassen sich die Fische als Anfänger lokalisieren. Große Seen bieten oftmals ein Vielfaches an Komplexität. Für Kenner ergibt das Chancen auf Großhecht, der Beginner sucht die Nadel im Heuhaufen. Je kleiner der See, desto größer die Chance, auf einen beißwilligen Hecht zu stoßen. Die verschiedenen Schärengärten in Schweden, oder Seen wie Vänern und Vättern, Bolmen und Åsnen sind eher was für Leute, die schon etwas Erfahrung mitbringen
  • Gewässerstruktur: Gewässer mit einer Menge Struktur sind nicht nur deutlich interessanter aus einer Naturbetrachterperspektive, sondern ermöglichen es auch dem ungeübten Angler und ohne elektronische Helfer (Echolot) interessante Angelstellen zu finden. Von Struktur sprechen Angler, wenn sie die Formgebung beschreiben: Inseln, Buchten, Landspitzen, aus dem Wasser aufragende Felsen und Untiefen, wechselhafte Uferbeschaffenheit (Schilfgürtel, Felsenufer, etc.) und Grundverläufe (flach, tief, abrupte Übergänge etc.) sind alles strukturschaffend und helfen, auch ohne ins Wasser gucken zu können, ein Gefühl für gute Angelstellen zu bekommen.
    Google maps liefert schon sehr viel wertvolle Information!
  • Wassersichtigkeit: Gerne nicht zu klar! Klare Gewässer haben natürlich ihren Charme, sind aus Angelperspektive für den Anfänger aber nicht immer die besten Gewässer. Eine gewisse Trübung steht häufig für eine höhere Nährstoffdichte (pflanzliches und tierische Plankton), welche die Grundlage für eine gute Raubfischpopulation sind. Klare Gewässer sind häufig tief und kühl, und meist findet man sie eher in bergigen Regionen. Hier gibt es natürlich auch Hechte, oftmals sehr, sehr große, aber die Angelei ist grundsätzlich etwas schwieriger.

Rund um unser Treeline Studio hier auf der Grenze zwischen Bohuslän und Dalsland gibt es sämtliche Arten von Gewässern. Im Kynnefjäll zum Beispiel die genannten sehr klaren Seen, in wenigen Minuten Entfernung jedoch auch leicht angetrübte Seen mit einer Menge Struktur und tollem Hechtbestand (Viksjön).

Ein solcher See bietet für Anfänger schnellen Zugang zu einer Vielzahl von Angelstellen. Inseln, Engstellen, Schilf - dutzende interessante Stellen nah beieinander.

Das richtige Equipment: Weniger ist mehr

Hier machen wir es kurz und knackig! Die Empfehlung unten steht für eine relativ leichte Hechtausrüstung, welche dadurch versatil auch noch zum Beispiel einigermaßen gut auf Barsch, Makrele, Meerforelle oder Lachs eingesetzt werden kann.

Rute:
Spinnrute, 2,40 – 2,70 Meter, Wurfgewicht 30-60 Gramm
Preis: Schon ab 50 Euro gibt es Modelle, die man gut einsetzen kann.

Das Wurfgewicht steht für das Gewicht der Köder, die man mit dieser Rute gut in Bezug auf Wurf und Führung beherrscht. Natürlich kann man auch etwas schwere und insbesondere auch leichtere Köder werfen, der Sweetspot liegt aber ungefähr in diesem Bereich. Zum Vergleich: Barschruten liegen so bei ca. 5- 30 Gramm, schwere Spinnruten für die richtig großen Hechtköder bei 80 – 200 Gramm.

Rolle und Schnur:

Eine Stationärrolle in der Größe 3000 ist das Mittel der Wahl. Eine solche Rolle ist nicht zu massiv und funktioniert auch noch bei anderen Gelegenheiten (Barsch, Mefo, Makrele, etc.).

Solche Rollen gibt es in allen Preisklassen und man kann leicht mehrere hundert Euro ausgeben, 50 Euro sollte man aber mindestens hinlegen.

Beispiel: Shimano Catana

Achtung: Wer auch mal im Salzwasser angreifen möchte (wenn man schon hier in der Gegend ist, ist ein Versuch auf Makrele oder Meerforelle Pflicht!) sollte man auf eine Salzwasser-beständige Rolle setzten.

Als Schnur unbedingt eine geflochtene Schnur kaufen. Der Unterschied in Bezug auf Köderkontrolle und Bisserkennung (siehe unten) zu einer klassischen (monofilen) Angelschnur sind wie Tag und Nacht. Für Hecht eine Schnur der Stärke von ca. 0,15-0,17 mm mit einer Tragkraft von ca. 10 -12 kg. Gerne in gelb oder grün. Das stört den Fisch nicht, stärkt aber die Kontrolle des Köders.

Beispiel: Berkely Firelie, Shimano Kairiki 8

Ganz wichtig beim Hechtangeln: Unbedingt ein Stahlvorfach einsetzen! Das ist ein relativ kurzes Stück (ca. 30 – 40 cm) Stahlband (gibt es auch in Titan), dass an das Ende der Angelschnur geknüpft wird und diese mit dem Köder verbindet. Verhindert das Durchbeißen der Schnur durch den Hecht.

Köder:

Nun zum Spannendsten: Dem Köder! Über kaum was wird in Anglerkreisen mehr gesprochen, und die Köderindustrie schmeißt jedes Jahr neue Sachen auf den Markt (wobei das Rad kaum mehr wirklich neu erfunden wird).

Der Gelegenheitsangler will wahrscheinlich nicht hunderte Euro für eine möglichst komplette Köderkiste ausgeben, die jede erdenkliche Angelsituation abdeckt. Deswegen hier eine auf vier Köder (die man dann aber durchaus in verschiedenen Farben haben kann) zusammengestauchte Liste – kompakter geht es nicht!

  • Storm, Wildeye Swimbait in 11 cm, Farben Sardine und Pearl (oder eine andere)
    Eines schönen Tages im Jahr 2012 wurde mir von einer Gruppe Franzosen einige dieser Storm Swimbaits geschenkt. Bis dahin hatte ich keinerlei Erfahrung mit dieser Art von Köder, aber sie sind bei mir unglaublich eingeschlagen und liefern bis heute. Sie sind der ideale Köder für das Fischen in moderaten Tiefen von etwa 1,5 bis 3 m tiefe, man kann sie einfach einkurbeln oder jiggen. Genau das, was wir für die Sommerfischerei an vielen Gewässern brauchen. Für einen Hechtgummifisch recht kurz, aber bullig und voluminös und damit auch für etwas größere Hechte ein lohnenswerter Happen. Was genau der Trick dieser Köder ist, kann ich nicht sagen, aber bei mir outperformen sie regelmäßig normale Gummifische.
    Leider sind diese Swimbaits etwas schwierig zu bekommen. Auf unserer Hochzeitreise in den USA 2014 habe ich mal einige gefunden, paar von ihnen habe ich immer noch im Bestand. Im europäischen Ausland gibt es aber Händler, die diese Köder führen. Riesengroßer Geheimtipp und den Aufwand wert!
    Dieser Köder funktioniert extrem gut an Kraut-/Schilfgürtelkanten, die an ihrem Ende etwas tiefer sind, also so ca. 2 Meter. Direkt ans Schilf werfen, an gespannter Schnur absinken lassen und dann auf halber Wassertiefe mit dem Einholen beginnen. Rute festhalten – die Bisse kommen häufig beim ersten Absinken nach dem Wurf.
  • Mepps, Spinner, Größe 4 oder 5
    Einer der Klassiker schlechthin. Auswerfen, kurz absinken lassen, einkurbeln. Simpler geht es nicht. Die klassischen Farben Gold, Kupfer und Silber funktionieren allesamt – wobei ein guter Freund und Hecht-Pro vor allen Dingen auf Silber setzt.
    Obwohl Spinner bisschen aus der Mode gekommen sind und zum Beispiel von Youtube-Anglern kaum gefischt werden, hat ihre Fängigkeit nicht gelitten (oder ist sogar besser geworden, weil weniger gefischt?). Der besagte Freund setzt sie auf jeden Fall auch in den sehr stark befischten holländischen Gewässern ein, und fängt dort mitunter Kapitale Hechte mit diesem Köder.
  • Gummifisch Größe 15 cm, zum Beispiel Shaker (Lunker City) oder Kopyto (ShadExperts)
    Auch ein sehr versatiler Köder. Hier vor allen Dingen aufgeführt, um einen Schleppköder auf der Liste zu haben (der aber genauso gut auch geworfen funktioniert). 14 Gramm Bleikopf, 15 Meter hinter das Boot geworfen und dann mit mässigem Tempo geschleppt (funktioniert super mit einem normalen Ruderboot). Bringt Fisch! Zu den Farben:
    In den etwas klareren Gewässern in Dalsland fängt der Shaker mit dem hellblauen Rücken und glitzer Bauch gut, in der Dämmerung das Equivalent mit neon-gelben Rücken. Orange mag ich gerne in angetrübten Seen.
  • Wobbler Bomber, Größe 12 Zentimeter
    Ein schlanker Wobbler, den ich seit 25 Jahren im Bestand hab. Immer dann heiß, wenn man im flachen Wasser angreifen möchte, also unter anderem ein toller Frühlingsköder oder für generell flachere Gewässer. Farbe je nach Gelegenheit, ich fische gerne die aggressiven Neonmuster und den transparenten mit orangenem Bauch.
    Beim Einkurbeln kann man gerne variantenreich vorgehen und den Köder mit kurzen Rucks, Twitchs und kleinen Pausen führen.

Weitere Ausrüstung
Folgende weitere Dinge sollten bei einem Hechttrip nicht fehlen:

  • Kescher: Hilft insbesondere dem Anfänger beim Laden des Fisches. Nicht zu klein, wir angeln ja auf Hecht
  • Lösezange: Wichtig, um den Köder aus dem Maul des Hechts zu befördern. Gerne so lang wie möglich
  • Messer und Priester: für Betäuben / Abschlagen und dann töten und ausnehmen des Fisches
Storm Wildeye Shads - ein richtig, richtig fängiger Köder.
Solche Gummifische in ca. 15 cm Länge sind sehr vielseitig einsetzbar und bringen Hecht in allen Größen. Orange ShadXperts, die anderen beiden von Lunker City

Das Vorgehen und die Technik

Die meisten Schwedenurlauber, die auch mal Fischen möchten, buchen ja direkt ein Haus mit Boot. Ein solches ist zwar keine zwingende Voraussetzung um einen Hecht zu fangen, erleichtert das Unterfangen aber ungemein. Gerade, weil die vielen Naturseeen teilweise nur schwer zugängliche Ufer haben und es oft nur wenige Spots gibt, die effektiv vom Land aus befischt werden können.

Vorausgesetzt, wir haben ein solches, in das Vorgehen sehr simpel. Erste Regel dabei: Wir angeln immer, das heißt, auch wenn wir nur den Angelplatz wechseln. Dazu nehmen wir einen der oben genannten 15 cm Gummifische samt Bleikopf (14 Gramm) und Haken und schmeißen ihn 15 – 20 Meter hinter das Boot. Die Rute wird dann in halbhoher Haltung abgelegt (oder, noch besser, der Mitangler hält sie fest), und man rudert. Nicht zu langsam, aber überanstrengen muss man sich auch nicht. Idealerweise spürt man eine leichte Vibration in der Rute, was heißt, dass der Köder so arbeitet, wie er soll. Geschleppt wird also immer dann, wenn man mal bisschen Strecke machen möchte, um das Gewässer zu erkunden, eine Pause vom Werfen braucht oder eben, wenn man den Angelspot wechseln möchte.

Das Wurfangeln ist ein wenig komplexer, aber auch hier halten wir es relativ einfach.
Grundsätzlich kann man alle oben genannten Köder theoretisch einfach nur auswerfen, paar Sekunden (an gespannter Schnur!) absinken lassen und dann im moderaten bis schnellen (die meisten werden ja im Sommer angreifen) Tempo einholen. Spinner, Schwimmbait, Wobbler und Gummifisch entfalten schon dabei eine fängige Wirkung. Um diese zu steigern, gibt es je nach Ködergattung verschiedene Techniken, die Fängigkeit nochmal enorm zu steigern – hier die für die vorgestellten Köder zwei Wichtigsten:

  • Jiggen: (Wildeye Swimbait und Gummifisch)
    Hierbei wird der Köder in einem Sägezahnmuster durch die Wassersäule geführt. Die Idee ist, dass man den Köder ruckartigen und aggressiv nach oben beschleunigt, und dann langsam an gespannter Schnur absinken lässt. Dies Bedarf ein wenig Übung, denn permanenter direkter Köderkontakt ist der Schlüssel. Die Bisse kommen beim Herabtaumeln des Köders. Hier die Beschreibung:
    Nachdem man nach dem Auswurf den Köder einige Sekunden an gespannter Schnur hat absinken lassen, ruckt man mit der Rutenspitze ca. 70 cm nach oben (Variantionen von kleineren und größeren Sprüngen sind absolut möglich!). In genau dem Moment, in dem die Spitze oben ist, senkt man die Rute langsam wieder ab und holt dabei die entstehende lose Schnur wieder auf. Die Idee ist, dass man mit der nach unten absenkenden Rutenspitze der Bewegung des langsam wieder abtrudelnden Gummifisches folgt und genau so viel Schnur aufnimmt, das die Schnur zwischen Köder und Rute möglichst gespannt ist. Dies ist wichtig um direkten Kontakt mit dem Köder zu haben und die Bisse erkennen zu können. Wenn man wieder in Ausgangssituation des ersten Rucks angekommen ist, kann man den Köder nochmal etwas sinken lassen, dann folgt der Zweite ruck.
    Im Vergleich zum Wobbler kann man dieses Spiel in diversen Wassertiefen fabrizieren. Das Gewicht des Bleikopfes bestimmt dabei, ob man eher flach oder tief angreift. Die 15 cm Gummifische sind zum Beispiel mit 14 Gramm ziemlich versatil einsetzbar und für viele Situationen eine gute Wahl. 17 Gramm können im Hochsommer, wenn man eher noch schneller fischen kann, auch eine sehr gute Wahl sein. 10 Gramm ist etwas für flaches Wasser über dem Fischen über Wasserpflanzen.
  • Twitchen (Bomber)
    Immer dann, wenn man wirklich flach angeln möchte, ist der oben vorgestellte Bomber eine super Waffe. Er läuft ziemlich flach, und schon reines einkurbeln bringt Fisch. Noch effektiver wird er aber, wenn man ihn mit kleinen, kurzen, aggressiven Rutenbewegungen schlägt. Dazu die Rute kurz über der Wasseroberfläche halten und ähnlich dem Jig-Prinzip nach kurzen Rucks die lose Schnur einholen. Nach einem Twitch kann man den Köder durchaus auch mal kurz auf der Stelle stehen lassen.
  • Spinner
    Einfach nach dem Aufkommen auf der Wasseroberfläche etwas absinken lassen – dann einholen. Der Köder fängt von alleine an zu rotieren. Einholgeschwindigkeit kann dann variiert werden.
Ein solches einfaches Boot eignet sich perfekt um schleppend Köder hinterm Boot herzuziehen und so ein Gewässer zu erkunden.

Wo stehen die Hechte?

Das Thema Angelplatz ist von sehr großer Bedeutung. 90% der Fische stehen auf 10% der Wasserfläche – eine Idee davon zu haben, wo man angelt, ist also wichtig.

Für einen kleineren bis normalgroßen Hecht (60-80 cm), den wir fangen möchten, sieht ein guter Platz so aus: Ein Schilfufer, das direkt an der äußeren Kante des Schilfs (an den letzten Halmen) ca. 1,8 bis 2,5 Meter tief ist. Häufig sind Schilfufer deutlich flacher, was Hechte spätestens ab Juni im südlichen Drittel Schwedens nicht mehr so sehr mögen. Noch besser ist, wenn es sich um eine Schilfbank handelt, die zum Beispiel eine Art Landzunge bildet und somit ein wenig von Strömungen umspielt ist und in den See hineinnragt. Wenn man dann noch einen eher harten Grund hat, hat man einen guten Platz gefunden.

Weitere Stellen, die immer einen Versuch wert sind:
Jede Art von Untiefe, also Stellen, wo die Gewässertiefe stark variiert. Dazu gehören auch kleine Inselchen, die im See liegen, oder Plateaus, wo es plötzlich deutlich flacher wird. Stege und Steganlagen. Stellen, wo gemächlich tiefer werdender Grund plötzlich schnell tiefer wird (die sogenannte „Kante“).

Seeroosenfelder, sofern nicht zu flach, gehören auch immer zu den interessanten Stellen.

Eine heiße Ecke! Ein Schilfgürtel ragt auf einer kleinen Landspitze in tiefes Wasser - ein nahezu perfekter Standplatz für einen Hecht.

Tageszeit und Wetterbedingungen

Hier die pauschale Empfehlung zu geben, die immer passt, ist leider nicht möglich. Und als Urlauber muss man ja mit dem arbeiten, was man hat – das heißt in einem zweiwöchigen Schwedenurlaub trifft man nicht zwangsläufig auf die perfekten Bedingungen. Allerdings kann man seine Angelei ja gegebenenfalls etwas steuern. Und hier gibt es klare Anhaltspunkte, an denen man sich orientieren kann.

Viel hängt mit den Lichtverhältnissen zusammen – ob diese nun tageszeiten- oder wetterbedingt beeinflusst sind, spielt erstmal eine untergeordnetere Rolle. Grundsätzlich ist es gut, wenn es nicht zu hell ist – im Sommer ist ein dunklerer Himmer oft besser. Starke Sonneneinstrahlung gilt deswegen als eher nicht förderlich. Wenn es jedoch ordentlich windet, kann auch pure Sonne sehr gut sein! Ich selbst mag solche Bedingungen sehr gerne – man selber ist bester Laune und ich habe bei solchen Bedingungen häufig sehr gut gefangen. Die Wellen auf der Wasseroberfläche verringern die Sichtigkeit und die allgemeine Bewegung – hinsichtlich Strömung, Plankton, Futterfisch im Wasser erleichtert es den Hechten zu jagen; das ist die einfache Erklärung.

Eine Daumenregel ist, dass bedeckte und wolkige Bedingungen häufig vorteilhaft sind. Wenn dazu noch ein Wind weht, stehen die Chance wettermäßig sehr gut. Kombinieren lässt sich das dann noch mit dem Fischen in der Dämmerung. Insbesondere die Morgenstunden sind häufig fischig. Man muss aber in Betracht ziehen, das die Dämmerung im schwedischen Sommer sehr früh ist – frühes Aufstehen muss man in diesem Fall also einplanen.

Dunklere Lichtbedingungen, sei es Wetter oder Tageszeiten bedingt, vesprechen häufig bessere Angelei als voller Sonnenschein.

Fair Play: Angelkarte & Respekt

Hier noch einige Worte zum Formellen: Auch wenn in Schweden manches lockerer zugeht; ohne Erlaubnis angeln zu gehen, ist nicht erlaubt. Für kleine Seen werden häufig keine Angelkarten ausgegeben. In diesen Fällen kann man häufig die direkten Uferanlieger fragen. Für die allermeisten etwas größeren Seen gibt es aber Angelkarten zu erwerben. Dank der fortgeschrittenen Digitalisierung hier im Norden meistens gar kein Problem: die App iFiske bietet für hunderte Gewässer den Angelkartenscheinkauf an.

Und dann noch ein Wort zum Umgang mit dem Fisch. Ob man ihn mitnehmen – sprich, töten und kulinarisch verwerten – oder wieder schwimmen lassen möchte, ein schonender und respektvoller Umgang mit diesem Lebewesen ist von herausragender Bedeutung. Zu den Grundregeln gehört: nur kurzer (zum Hakenlösen) Aufenthalt außerhalb des Wasser, nur mit nassen Händen anfassen, idealerweise Kescher mit gummierten Netz.

Petri Heil!

Stark, du bist am Ende des Textes angekommen! Jetzt kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen! Mit der richtigen Portion Geduld und der ungefähren Umsetzungen der ganzen Tipps oben, stehen die Chancen auf deinen ersten Hecht sehr, sehr gut!

Du bist dir noch bisschen unsicher und willst lieber nochmal persönlichen Rat und Untersützung? Kein Problem! Ich helfe gerne weiter – einfach schreiben!

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Raphael Marzusch

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