Seit wenigen Wochen ist der Startverband unserer kleinen Granite & Green Paddel-Flotte vollständig: Zwei 1er Seekajaks und ein 3er Kanadier stehen wohl behütet in unserer Garage und warten auf Einsätze. Mein Bruder Emanuel und ich haben die Boote Ende Mai Probegefahren und wir können konstatieren: Das war gut angelegtes Geld! Nun hoffen wir, dass viele unserer Cabin-Besucher (und alle anderen Interessierten!) in den Genuss ein paar Paddeltouren kommen! Denn besser und direkter lassen sich unsere Landschaften hier oben in Westschweden – Bohuslän und Dalsland – nicht erleben.
Für die Jungfernfahrt der Seekajaks ging es auf den Gullmarnsfjord, direkt von unserer Haus-Startrampe bei Gårvik, etwa 20 Minuten vom Treeline Studio entfernt. Hier erpaddelt man in schönstem Abendlicht eine wunderschöne Insel- und Felslandschaft, die in etwa der Mitte dieses riesigen Fjordes liegt – Robben als Begleiter inklusive!
Mit ein wenig Phantasie sieht man sich an die Pazific-Küste vor Vancouver Island versetzt – dort dann aber nicht mit sympathischen Robben, die direkt vorm Boot neugierig auftauchen, sondern mit Orcas als lauernde Gefahr in der Tiefe. Dann doch lieber die westschwedische Fjordküste!
Noch ein kleiner Insidertipp: Am Strand von Gårvik mündet ein kleiner Bach in den Fjord – genau mit der richtigen Breite, ein Kajak hineinzustellen und dann trockenen Fußes einsteigen zu können. Müheloser kann man nicht in See stechen (das ganz geschmeidige Gelingen hängt aber ein klein wenig vom Wasserstand ab).

Für die zweite Testtour mit den Kajaks ging es raus Richtung Kungshamn und Smögen. Hier gibt es ganz in der Nähe der Fähre nach Malmön einen kleinen Freizeitboothafen – mitten in einem Sund gelegen – der sich perfekt für das Wassern der Boote eignet: Tullboden. Man parkt direkt an der Einstiegsstelle und schon mit den allerersten Paddelschlägen taucht man ein in diese unglaublich schöne Schärengegend. Bei ruhigen Bedingungen erreicht man Kungshamn / Smögen relativ einfach und insbesondere auch Hovenäset mit den kleinen Wasserstraßen zwischen zahlreichen Bootschuppe ist ein Besuch vom Wasser aus wert!

Kurze Zusammenfassung der Bootsperformance: Die Boote laufen schnell, sind grundsolide und stabil – der Kipppunkt kommt relativ spät und auch wenn man als Einsteiger das Gefühl bekommen kann, dass alles etwas wackelig ist (insbesondere bei Wellen von der Seite – aber das liegt in der Natur jeden Seekajaks), kommt der Kipppunkt deutlich später als man glaubt. Die recht stabile Bauform ermöglichet insbesondere auch Paddelanfängern mühelose erste Versuche in diese faszinierende Outdooraktivität.
Die Boote haben mit zwei kleinen schnell zugänglichen und zwei großen Luken viel Stauraum. Auch längere Mehrtagestrips sind kein Problem.

Das zweite Testobjekt war der geräumige Kanadier. Diesen sehen wir vornehmlich auf den Seen im Hinterland im Einsatz – aber ausdrücklich nicht nur! Wir testeten das Boot zusammen mit unseren drei ältesten Jungs im einmaligen Schärengarten vor Fjällbacka. Dieses geschützte Revier erlaubt bei einigermaßen ruhigen Bedingungen ohne Probleme den Einsatz eines Kanadiers. Und hält ein wahres Campingparadies bereit! Viele der kleinen Inseln haben tolle Strände und angrenzende Wiesen, die sich perfekt für kleine Zeltabenteuer eignen. Dazu ermöglichen kleine Klettereien auf die Aussichtsfelsen der Inseln die denkbar schönsten Aussichten in die Schärenwelt und sogar auf den Küstenort Fjällbacka – mehr schwedisches Westküsten-feeling gibt es nicht. Die Popularität des Gebiets kann sich, insbesondere im Sommer, aber auch auf die Präsenz anderer Wassersportler auswirken, sodass man gegebenfalls nicht die erstbeste Bucht nehmen kann, wenn man ganz für sich sein möchte. Bei unserer Tour war eine der Nachbarboote mit weiteren Kajak-Campern besetzt – was man aber absolut nicht mitbekommen und nicht gestört hat.
Wenn man am Parkplatz Veddö parkt (wichtig: den unteren der beiden Wanderparkplätze nehmen!), hat man die Möglichkeit, das Boot nördlich (in der großen Hafenbucht) oder südlich der Verbindungsstelle ins Wasser zu bringen. Um die Tour bis zur ausgesuchten Campinginsel bisschen abzukürzen, entschieden wir uns für die südliche Einstiegsstelle und mussten deshalb etwas länger gehen – ca. 150 Meter bis zum Wasser. Mit dem Bootswagen, den in der Ausleihe inbegriffen ist, kein Problem.

Grundsätzlich ist der Kanadier für bis zu drei Erwachsene ausgelegt. Wir waren zu fünft – zwei Erwachsene und drei Kinder zwischen 5 und 8 – und trotz einigem Gepäck für den Übernachtung bekamen wir alles im Boot unter und hatten nie das Gefühl, dass uns etwas umschmeißen könnte.
Der direkte Vergleich Kanadier vs. Seekajak offenbart dann, was aufgrund der Bootstypen schon auf der Hand liegt: Die Kajaks stellen die deutlich sportlichere Variante dar. Viel schneller und agiler, aber naturgemäß auch etwas wackeliger. Der Kanadier hingegen ist gutmütig, stabil und ermöglicht müheloses Genusspaddeln auf sehr vielen Revieren der Region.
Wer Interesse an einer Ausleihe hat: Wir vermieten die Boote sowohl an unsere Cabingäste, als auch an Dritte. Inbegriffen ist insbesondere auch das Transportset: Die auf jedem Auto (auch ohne Dachreling!) flexibel anbringbare Dachgepäckträger samt Zurrgurten, Bootswagen, Rettungswesten, Paddeln, usw. Wer möchte, kann aber auch auf uns als Transportsevice zurückgreifen.
Bei Interesse: Einfach melden – wir helfen bei der Umsetzung und bringen euch aufs Wasser!
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